STELLUNGNAHME ZUM WELTKINDERTAG DER VEREINTEN NATIONEN AM 20.11.2016

STELLUNGNAHME ZUM WELTKINDERTAG DER VEREINTEN NATIONEN AM 20.11.2016

Die Rechte der Kinder zu stärken, sie anzuhören und sich frei von Gewalt entwickeln zu lassen, ist die Grundlage der „Deklaration der Rechte von Kindern“, die die Generalversammlung der UNO am 20. November 1959 beschlossen hat. Auf den Tag genau und 30 Jahre später, am 20. November 1989, folgte das „Übereinkommen über die Rechte des Kindes“. In über 145 von 194 Ländern weltweit soll mittlerweile der „Weltkindertag“ gefeiert werden.

Zu den Kinderrechten zählen beispielsweise das Recht auf körperliche Unversehrtheit, das Recht auf Leben, auf Gesundheit und auf Bildung. Die zunächst positive Entwicklung ist für Friedensdorf International Anlass, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Leider klaffen Theorie und Wirklichkeit in zahlreichen Ländern weit auseinander. Auch in Deutschland und in Europa gibt es viele Kinder, bei denen diese Grundrechte in Wirklichkeit nicht umgesetzt sind. Noch weiter entfernt von einem Leben auf Basis dieser Rechte sind zig Millionen Kinder in Kriegs- und Krisengebieten. Das weiß man in der Oberhausener Kinderhilfsorganisation aus fast 50 Jahren der Arbeit in solchen Regionen.

Der am 11. November abgeschlossene 60. Hilfseinsatz des Friedensdorfes in Angola hat erneut deutlich gezeigt, dass ein Zugang zu Schmerzmitteln und Antibiotika, eine ausreichende Ernährung oder ein behandelnder Arzt, der die notwendigen medizinischen Mittel hat, um auch kleinere Krankheiten zu behandeln, die wenigsten Kinder in Angola haben. Ohne eine ausreichende medizinische Versorgung ist aber logischerweise auch das Recht auf Bildung nicht umsetzbar. Schwer kranke Kinder können nicht zur Schule gehen.

Ähnlich sieht es in den anderen Partnerländern des Friedensdorfes aus, wegen der zunehmend prekären Sicherheitslage ist es in Afghanistan besonders schlimm. Dennoch haben zahlreiche Familien die gefährliche Reise in die Hauptstadt Kabul während der beiden Hilfsaktionen auf sich genommen, die Friedensdorf International im Jahr 2016 in Afghanistan durchgeführt hat. Das alles, um Hilfe beim Friedensdorf und seiner Partnerorganisation zu erbitten. Auch hier hat sich gezeigt, dass der Bedarf an medizinischer Versorgung enorm groß und ein festgeschriebenes Kinderrecht kaum Realität ist. Durch die mangelhafte und kaum zugängliche medizinische Infrastruktur leiden in Afghanistan unzählige Kinder an schweren Verletzungen und Erkrankungen, die oftmals nur in Europa zu behandeln sind.

Friedensdorf International setzt sich ganz praktisch für die Kinderrechte ein. Seit annähernd 50 Jahren werden kranke und verletzte Kinder aus Krisenregionen zur kurzfristigen medizinischen Behandlung nach Deutschland geholt und nach erfolgter medizinischer Behandlung zurück zu ihren Familien gebracht. Ebenso wird durch eine umfangreiche Projektarbeit in den Heimatländern der Kinder versucht, das Grundrecht der Kinder auf eine gesundheitliche Versorgung zu verbessern.

Darüber hinaus bemüht sich das Friedensdorf Bildungswerk durch zahlreiche Seminare und Veranstaltungen, einen Beitrag zu leisten für mehr Aufklärung, Toleranz, sozialem Bewusstsein und humanitärer Verantwortung bei Jugendlichen und Erwachsenen in unserem Land.

Es gibt unendlich viel zu tun, bis die Rechte der Kinder tatsächlich auch umgesetzt sind. Eine Herkulesaufgabe. Der „Weltkindertag“ gibt Anlass, einen Moment darüber nachzudenken und auf die Realität von Kindern, vor allem in Kriegs- und Krisengebieten, aufmerksam zu machen.

Foto: Torsten Silz

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