LEOS IM FRIEDENSDORF

LEOS IM FRIEDENSDORF

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Danke für den tollen Tag und für eure Eindrücke, liebe Leos!

Wir alle und vor allem die Friedensdorf-Kinder hatten viel Spaß!

Überwältigend“ – dieses Wort fiel einige Male, als am 6. August 2015 170 Leos aus 18 verschiedenen Nationen im Friedensdorf International in Oberhausen die Social Activity im Rahmen des Leo Europa Forums (LEF) 2015 durchführten. Drei Aktionen standen an: ein Kunst-Projekt gemeinsam mit Matthias Moser, einem Künstler und Lehrer an der Waldorfschule Dinslaken, eine Rallye mit den Kindern durchs Friedensdorf und das Sortieren der Kleider, Spielsachen und sonstigen Spenden, die von den europäischen Leos in den letzten 12 Monaten gesammelt wurden.

Nur was ist eigentlich das LEF? Das LEF entstand vor 39 Jahren aus der Idee heraus, Leos aus ganz Europa und den mediterranen Ländern einmal jährlich für eine Woche an einem Ort zusammen zu bringen, um dadurch den kulturellen Austausch zu fördern. Jedes Jahr wird das LEF von einem anderen Land ausgerichtet und 2015 waren die deutschen Leos wieder an der Reihe. Als Ort wurde Gelsenkirchen mitten im Ballungsraum Ruhrgebiet gewählt.

Doch wer sind eigentlich Leos? Leo-Clubs sind die Jugendorganisation von Lions Clubs International. Allein der Multidistrikt Deutschland hat knapp 4.000 Leo-Mitglieder - damit sind die deutschen Leos nach den italienischen die aktivsten in ganz Europa. Ganz nach dem Motto „Einer für alle, Alle für einen“ ist Ziel des LEF der grenzübergreifende Dialog europäischer Leos, der Austausch von Erfahrungen und Ideen, die Stärkung der Leo-Bewegung und ihre Ausweitung in weitere europäische Länder, sowie die Durchführung von gemeinsamen internationalen Activities.

Und was geschah nun im Friedensdorf? Wir hatten uns darauf verständigt zu zeigen, was verschiedene Nationen an einem Tag gemeinsam erreichen können und was läge hier näher, als eine Aktion mit dem Friedensdorf zu planen, das selbst von seiner Multikulturalität lebt.

Und hier begann es nun überwältigend zu werden. Die ersten neugierigen und mutigen Kids des Dorfs wagten sich schon früh morgens an die Leos heran, als die Rallye gerade aufgebaut wurde. „Heute Party?“, fragte eines der Kinder. „Klar“, war die Antwort und es wurde Party gemacht. 8 Rallye-Stationen wurden von 8 Gruppen durchlaufen, die aus ca. 10 Kindern und 5-8 Leos bestanden. Dosenwerfen, Türme aus Schwämmen und Schaschlik-Spießen bauen, Wettnageln oder Hindernislauf – es war ein kunterbuntes Potpourri aus den liebsten Spielen unserer aller Kindergeburtstage. Ob die Leos oder die Kinder mehr Spaß hatten, weiß niemand so genau. Als ein Leo sein Handy zückte und spontan Musik spielte und alle gemeinsam tanzten und Kinder im Rollstuhl kurzer Hand auf die Schultern genommen wurden, erkannte wohl jeder, dass wir alle trotz unserer unterschiedlichen Nationalitäten viel ähnlicher sind, als manche zu glauben scheinen. Überwältigend war am Ende das Zusammenspiel von Kindern, die Schweres durchmachen mussten und denen man das in vielen Fällen auch deutlich ansieht und motivierten Leos aus den verschiedensten Ländern Europas und darüber hinaus. Nicht einmal die Tatsache, dass teilweise keine gemeinsame Sprache bestand, konnte daran etwas ändern. Hände und Füße taten es auch und die Kids waren begeistert:

„Kommt ihr morgen wieder?“ Wären wir liebend gerne!

Überwältigend – dieses Wort passt nicht nur auf die neu geschlossenen Freundschaften, sondern trifft auch das Ergebnis der Spenden-Sammelaktion für das Friedensdorf: mehr als 18 Kubikmeter Kleidung, Bettwäsche, Handtücher und Spielsachen wurden von den Leos im letzten Jahr gesammelt. Dank der großartigen Unterstützung der Spedition Eugen Knecht GmbH war diese Masse an Spenden kein Problem. In der Spedition konnten die Kleider zwischengelagert und am 6. August ins Friedensdorf gebracht werden. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle! All die Spenden wollten jedoch auch sortiert werden: 30 Leos arbeiteten 4 Stunden daran und die Berge an Kleidung wurden gefühlt nicht weniger. Die Speicher des Friedensdorfs sind nun wieder prall gefüllt.

Überwältigend, das war auch das Ergebnis des Kunstprojekts, das parallel stattfand. Gemeinsam mit einigen Kindern des Friedensdorfs gestalteten Leos mithilfe von Matthias Moser das Maskottchen des Friedensdorfs, die Taube Frieda. In der Vorbereitung gab es noch Unterstützung von den Firmen „Mobau Mehring“ (Dinslaken), „Heddinghausen“ (Dinslaken) und „Brücker & Schulte“ (Hünxe). Aus kleinen Scherben wurde ein 3m x 3,5m großes Mosaik gestaltet. Hierzu hatte Herr Moser 12 quadratische Flächen vorbereitet, auf denen die Umrisse von Frieda farblich zu sehen waren. Durch diese Hilfestellung wurde es auch den vielen kleinen Künstlern ermöglicht, am Projekt teilzunehmen. Sie mussten nur noch die kleinen bunten Mosaiksteine aufgelegen und dann ankleben. „Nur“ ist natürlich etwas untertrieben, wenn man bedenkt, dass nichtsdestotrotz 4 Stunden Arbeit - zusätzlich zu den aufwendigen Vorbereitungen - investiert wurden. Das Ergebnis kann sich nun aber sehen lassen! Die einzelnen Quadrate werden nun von Herrn Moser zusammengesetzt und an einer zentralen Häuserwand im Friedensdorf montiert. Beim Dorffest am 12. September ist das Kunstwerk dann zu bestaunen. So bleibt eine jederzeit sichtbare Erinnerung an den Tag und daran, was man gemeinsam erreichen kann.

Das Lachen der Kinder, die neugierigen Fragen der Leos und die gewonnenen Eindrücke machten den Tag wohl unvergesslich für uns alle. „Ich hatte schon ein sehr mulmiges Gefühl im Vorfeld“, sagte Herr Mertens bei der Siegerehrung für die Rallye. „All unsere Kids, das normale Tagesgeschäft plus 170 Leos im Dorf – da war Chaos ja vorprogrammiert. Aber es war ein perfekter Tag. Die Leos haben mich wie so oft überrascht. Tausend Dank.“ Wir haben zu danken und freuen uns auf weitere bereichernde Jahre der Zusammenarbeit zwischen dem Friedensdorf und Leos sowie Lions!

(Text: Andrea Braun und Patricia Kölpien, LEF-Orgateam)

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