GAMBIA HILFSEINSATZ ERFOLGREICH BEENDET

Medizinische Versorgung weiterhin mangelhaft

Mit dieser Überraschung hatte das Friedensdorf Team nicht gerechnet! Als Kevin Dahlbruch und Dr. Meike Wördemann jetzt fünf Kinder nach medizinischer Betreuung zurück zu ihren Familien nach Gambia brachten, gab es an Bord des Flugzeuges ein unerwartetes Wiedersehen. In der für Friedensdorf-Kinder typischen, offenen und angstfreien Art wurde kurzerhand der Sitznachbar angesprochen, ob er aus Japan käme. Irgendetwas an ihm hat unsere Schützlinge wohl an die Betreuerinnen im Dorf erinnert. „Klar“, meinte Yusuka Takahashi, „und ich weiß auch genau woher ihr kommt!“. Takahashi war in 2004 drei Monate lang Praktikant im Heimbereich von Friedensdorf International und jetzt aus beruflichen Gründen auf dem Weg nach Gambia.

Neben der Wiedersehensfreude der Kinder mit ihren Familien am Ziel, war dies allerdings einer der wenigen fröhlichen Momente dieses Einsatzes. Die medizinische Situation im Land ist desolat. Es mangelt an ausgebildeten Fachkräften. Selbst wenn genügend Material zur Verfügung stehen würde, könnten die Ärzte aufgrund fehlender Kapazitäten nicht mehr Patienten behandeln. Mit Herzfällen oder anderen schwierigen Erkrankungen wie etwa komplexen Speiseröhrenverätzungen sind alle überfordert. Einem der acht kleinen Patienten, die Friedensdorf International auf dem Rückflug zur Behandlung nach Deutschland gebracht hat, wurde zu Hause eine Magensonde gelegt, die von Dicke und Aussehen her einem Gartenschlauch gleicht.

Begeistert waren Dahlbruch und Dr. Wördemann von der Kooperation mit der gambischen Partnerorganisation „Project Aid The Gambia“. Unser Dank gilt auch dem Reisebüro Filarsky aus Oberhausen, das die Hotelkosten für unser Team vor Ort übernahm.

Friedensdorf International engagiert sich seit 2012 in dem kleinen afrikanischen Krisenstaat, der sich aufgrund mangelnder Ressourcen nicht selbst entwickeln kann. Die Wirtschaft ist zu einem großen Teil von Geldspenden der Exil-Gambianer und von Touristen-Devisen abhängig. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, lediglich in der Hauptstadtregion um Banjul gibt es einige Krankenhäuser. Auf dem Land sind fast nur Health Center für eine Basisversorgung vorhanden, in denen hauptsächlich Krankenpfleger und Hebammen arbeiten, es aber nur wenige Betten und eine veraltete, meist nicht funktionstüchtige Ausstattung gibt. Notwendige Medikamente müssen Patienten bzw. deren Familien selbst kaufen, was oftmals nicht möglich ist.
 

 

 

Eine Antwort

  1. Ronald Hörstmann
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    Freude kommt oft unverhofft. Und dann ist ist aber auch sehr, sehr groß!

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