ERSCHÜTTERUNG ÜBER ANSCHLAG IN BERLIN

ERSCHÜTTERUNG ÜBER ANSCHLAG IN BERLIN

eingetragen in: AKTUELLES | 2

Mit Entsetzen müssen wir erneut einen vermutlichen Terroranschlag in Berlin zur Kenntnis nehmen. Unsere  Anteilnahme gilt den Opfern und den Hinterbliebenen.

Aleppo, Ankara, Zürich, Berlin. Die Liste der Orte, an denen sich in den letzten Wochen Dramen abgespielt haben, könnte noch lange fortgesetzt werden. In was für einer Welt leben wir eigentlich – so stellen sich immer mehr Menschen die Frage. Natürlich fühlt es sich anders, näher, bedrohlicher an, wenn es Opfer plötzlich vor der eigenen Haustür gibt und es nun Freunde, Bekannte und Familie treffen kann. Die Brutalität auch dieser Tat lässt den Atem stocken, verursacht eine Gänsehaut, es schießen Tränen in die Augen, Fassungslosigkeit, Wut, Unverständnis und Trauer sind die Reaktionen. Was treibt einen Menschen dazu, bewusst so eine mörderische Tat zu begehen? Worum geht es den möglichen Drahtziehern? Sie wollen Angst, Unsicherheit schüren, sich womöglich rächen für die erlebte jahrzehntelange Ungerechtigkeit, Fronten aufreissen und vertiefen.

Man fühlt sich hilflos, passiv, erwartet mit Schrecken, was als nächstes passiert. Viel können wir tatsächlich nicht tun. Aber wir können bewusst entscheiden, wie wir mit der Situation umgehen, welche Rückschlüsse wir daraus ziehen und zulassen wollen. In was für einer Welt wollen wir, sollen unsere Kinder und Enkelkinder leben?

Natürlich werden wieder Stimmen laut, die gegen Flüchtlinge wettern, gegen Muslime grundsätzlich, die den Islam für unvereinbar halten mit der europäischen Kultur. Es ist an uns zu entscheiden, ob wir mitmachen wollen, ob wir Fronten weiter aufbauen wollen oder ob wir vielmehr an humanen, demokratischen Werten festhalten wollen – auch dann wenn man plötzlich als „naiver Gutmensch“ beschimpft wird.

Humanität, Gerechtigkeit, Überparteilichkeit, keine Konfessionalität, das sich Einsetzen für die hilflosen Opfer von Kriegen und Krisen sind seit fünf Jahrzehnten die Werte, für die Friedensdorf International steht. Die Kinderhilfsorganisation weiß aus 50 Jahren Hilfe für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten, was dies für die unschuldigsten Opfer bedeutet.

Im Friedensdorf selber leben ständig rund 150 Kinder aus rund neun Nationen. Sie kommen aus Angola oder aus Afghanistan, aus Gambia oder Tadschikistan, sie haben ihre Familien in Kirgistan, Armenien, im Gaza oder in Usbekistan, zu denen sie nach kurzfristiger medizinischer Behandlung zurückkehren. Alle Kinder vereint, dass sie krank oder verletzt sind oder waren. Ihre körperlichen Einschränkungen sind in ihren Heimatländern nicht zu behandeln. Die Kinder im Friedensdorf haben aber auch eine weitere Gemeinsamkeit: sie zeigen, dass ein friedliches Zusammenleben unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Sprache oder Religion durchaus möglich ist. Wir hoffen, dass sie sich dies beibehalten und nicht von den aktuellen – von Erwachsenen gemachten – Entwicklungen beeinflussen lassen. Es liegt in unserer Verantwortung, der nächsten Generation in der immer unruhiger werdenden Welt ein humanes Miteinander aufzuzeigen, welches für Toleranz und Gerechtigkeit steht.

Foto: Toby Binder

2 Antworten

  1. Birgit Seubert
    | Antworten

    Vielen Dank für diese einfühlsamen Worte, dem ist nichts hinzuzufügen.
    Birgit Seubert, Retzbach

  2. Anne Below
    | Antworten

    Ich sage auch danke für die ausgesprochenen Worte und danke an alle „Friedensdorfer“, die dies bewußt umsetzen.
    Wir müssen wirklich zusammenhalten.

Bitte hinterlasse eine Antwort