GEMEINSAME ERKLÄRUNG

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Mit wachsender Sorge beobachten die humanitären Hilfsorganisationen „Allianz für Kinder“ mit Sitz in Österreich und FRIEDENSDORF INTERNATIONAL mit Sitz in Deutschland die Entwicklung in unseren beiden Ländern.

Während wir noch in 2015 von einer Willkommenskultur für Menschen, die vor Krieg, Hunger oder mangelnder medizinischer Versorgung nach Europa flohen, wahrnehmen konnten, so beobachten wir in 2016 mit wachsender Sorge die zunehmende Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz, die aus eigenen Reihen geschürt wird. Ethnozentrische und egoistische Sichtweisen scheinen in unseren Alltag eingezogen zu sein.

Die allgemeine Verunsicherung in der Bevölkerung und die fehlende Auseinandersetzung mit dem Fremden, führen dazu, dass Alltagsrassismus immer offener und skrupelloser ausgelebt wird. Die zuvor gelebte Weltoffenheit scheint in großen Teilen an den eigenen Landesgrenzen abzuprallen, sobald die vermeintlich eigenen Lebensbedingungen bedroht erscheinen.

Die Skepsis der Bevölkerung gegenüber den etablierten demokratischen Parteien wächst und die letzten Wahlen in Österreich und Deutschland zeigen, dass von dieser Verunsicherung insbesondere Parteien profitieren, die weit rechts von der Mitte der Gesellschaft stehen. Die Angst um gelebte traditionelle  Werte und Normen sowie die weit verbreitete Ahnungslosigkeit, hinsichtlich der weitreichenden Konsequenzen der eigenen Wahl,  wird gezielt ausgenutzt.

Wir sind der Auffassung, dass wir es nicht zulassen dürfen, dass Demagogen die Not und das Elend der Menschen, die in ihrer Existenz bedroht sind, für sich nutzen, um die politische Landschaft in unseren Ländern zu verändern.

Wir müssen verstärkt darauf hinweisen, dass auch für unsere Gesellschaften der Zuzug von Migranten eher eine Chance in sich birgt. Besonders die meisten jungen Menschen, die zu uns kommen, sind gewillt, sich in unseren Kulturkreisen einzugliedern. Geben wir ihnen die Chance und nutzen das Potential, so dass wir zu einem friedlichen Miteinander kommen und so als Bürger, als Organisationen und als Wirtschaftsunternehmen partizipieren. Lasst uns dafür einsetzen, dass Vergangenes vergangen bleibt und  der Funke der menschenverachtenden Ideologie des 20. Jahrhunderts nicht erneut überspringt. Dieser Verantwortung müssen wir uns gemeinsam stellen. Unsere derzeit noch gelebte Weltoffenheit muss auch im eigenen Interesse fortgelebt werden.

 

Allianz für Kinder                                                         

   Dr. Christoph Jungwirth

       – Obmann-                      

 

FRIEDENSDORF ®

INTERNATIONAL

Thomas Jacobs

-Leitung-

 

 

 

 

5 Antworten

  1. Anne Fuehr
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    Hervorragend! Der Text hat meine volle Zustimmung, und zwar im Inhalt und in der Form. Vielen Dank! (Ich gebe Deutschunterricht in der Fliehburg und weiß, wie nett , höflich, bescheiden und lernwillig die Menschen sind.)
    Anne Fuehr, Dinslaken

  2. Günter Wulf
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    Diese Erklärung kann ich voll inhaltlich unterschreiben; sie entspricht auch meinen Gedanken!
    Günter Wulf, Korschenbroich

  3. Carmen Skopp
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    Der Aufruf entspricht genau meiner Einstellung, wenn nicht mit der Friedensdorfideologie der Hilfe an den Schwächsten, wie sonst könnte Friedensarbeit aussehen ?
    In meinem erweiterten Umfeld muß ich oft mehr Überzeugungsarbeit leisten denn je, die Erklärung wird mir bestens dabei helfen, danke.
    Carmen Skopp, Krefeld

  4. Birgit Seubert
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    Ich danke euch für die „Gemeinsame Erklärung“.
    Birgit Seubert, Retzbach

  5. Anne Below
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    Vielen Dank für die klare Darstellung.
    Laßt uns gemeinsam dafür sorgen, dass dies auch bei allen Menschen ankommt und sie merken, dass wir uns nur gemeinsam kümmern müssen.Unterstützung über Regierung oder Medien kann man vergessen, siehe Bautzen, alles Positive in der Stadt wird medienwirksam und polizeimäßig total „Anti-“ dargestellt, um noch mehr Unruhe und Unwahrheiten zu verbreiten.

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