MEHR ALS ROUTINE

Friedensdorf holt am „Tag der humanitären Hilfe“ 85 Kinder für medizinische Behandlungen nach Deutschland

Akute Knochenentzündungen, Fehlbildungen als Zustand nach Verbrennung und Narbenkontrakturen. So und ähnlich lauten die Gründe, weswegen das Friedensdorf Kinder aus Afghanistan, Zentralasien und dem Kaukasus am gestrigen Mittwoch (19.8.) zur medizinischen Behandlung nach Deutschland geholt hat. Ärzte und Pfleger in ganz Deutschland werden in den kommenden Wochen und Monaten kostenfrei daran arbeiten, diese „Gründe“ zu beseitigen. Die Mädchen und Jungen sollen eine zweite Chance bekommen, ihr Leben in ihren Heimatländern zu meistern.

Die komplexe Organisation und Logistik rund um einen Hilfseinsatz sind längst Routine geworden. „Das Gefühl, das einen beschleicht, wenn man in die hoffnungsvollen und dankbaren Augen der Familien blickt wird niemals Routine werden“, bemerkt eine langjährige Friedensdorf-Mitarbeiterin.

Um ihren Söhnen und Töchtern eine Perspektive ermöglichen zu können, nehmen die Familien monatelange Trennungen in Kauf, lassen ihre Kinder in ein Land ziehen, dessen Sprache und Kultur fremd sind. Umso wichtiger ist vor diesem Hintergrund die Konstanz, mit der das Friedensdorf in verschiedenen Ländern tätig ist – in Afghanistan bereits seit 1988. Zuverlässigkeit schafft Vertrauen. Die Entscheidung, Hilfeleistungen fortzuführen, hängt für die Mitarbeiter des Friedensdorfes nicht davon ab, ob Tadschikistan, Afghanistan oder Georgien Schlagzeilen in den Medien machen. Der Bedarf vor Ort ist entscheidend und die Behandlungsoptionen in Deutschland. Für eine Einschätzung der humanitären Situation sind regelmäßige Besuche deutscher Teams bedeutend und die Zusammenarbeit mit zuverlässigen Partnerorganisationen vor Ort noch wichtiger.

Erst im Juni waren zwei deutsche Mitarbeiterinnen mit den Friedensdorf-Partnern in Zentralasien unterwegs. „Es war schön, jetzt beim Hilfseinsatz einige Kinder wiederzutreffen, denen wir vor zwei Monaten in Tadschikistan, Usbekistan und Kirgistan gemeinsam mit unseren Partnern eine Zusage erteilen konnten“, freuen sich die beiden.

Die Grundlage der Friedensdorf-Arbeit bilden funktionierende Netzwerke und das nicht nur im Ausland, sondern auch bundesweit. Neben den zahlreichen Kliniken haben auch bei diesem Hilfseinsatz wieder Kreis- und Ortsverbände des DRK aus Solingen, Ubstadt und Sindorf und des BRK aus Miltenberg und Ansbach sowie die Oberhausener Stoag unterstützt. Die Finanzierung der Charterflugkosten erfolgte maßgeblich durch die „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks. Der Flughafen Düsseldorf erließ einmal mehr Start- und Landegebühren, während die Transportbotschafter und die CCS DUS Cargo GmbH ihre Unterstützung bei mehreren Tonnen Hilfsgütern einbrachten.

Am Samstag macht sich die Boeing 737 der Yanair in umgekehrter Richtung auf den Weg. Es gilt, Kinder nach abgeschlossenen Behandlungen wieder mit ihren Familien zu vereinen.

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